#barig.aerogram 2018 - Verspätungen effizient bekämpfen

#barig.aerogram 2018 - Verspätungen effizient bekämpfen

# – Verspätungen im Luftverkehr effizient bekämpfen

Die Luftfahrtbranche ist sich einig: Die nicht hinnehmbaren Verspätungen, die in diesem Sommer im gesamten europäischen Luftverkehr, aber insbesondere auch in Deutschland massiv auftreten, müssen dringend und nachhaltig bekämpft werden. Das unterstreicht neben dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) auch das Board of Airline Representatives in Germany (BARIG), die gemeinsame Interessensvertretung von über 100 nationalen und internationalen von und nach Deutschland verkehrenden Fluggesellschaften.

Die Ursachen für die Situation sind vielschichtig:

  • Streiks, meist bei Fluglotsen, Dienstleistern oder Luftverkehrsunternehmen, führen zu Flugausfällen sowie zu Umwegen, die die Flugzeuge zurücklegen müssen, was unnötige und lange Verspätungen nach sich zieht.
  • Dies verschärft zusätzlich die Situation der ohnehin bestehenden Kapazitätsengpässe am europäischen Himmel, da es bis heute noch immer keinen grenzüberschreitend einheitlichen Luftraum in Europa gibt.
  • Weitere Ursachen sind unter anderem die ineffizienten Sicherheitskontrollen an den Flughäfen mit teils sehr langen Wartezeiten sowie die in diesem Jahr hohe Anzahl extremer Wetterlagen, die den Flugbetrieb an den Airports immer wieder massiv behindern und Verspätungen produzieren.
  • Starre Betriebszeitenbeschränkungen mit Nachtflugverboten an den Flughäfen hemmen die flüssige Abwicklung des Luftverkehrs.

Die Luftfahrtbranche reagiert bereits auf die Situation:

  • Wo erforderlich und möglich, setzen die Airlines, Flughäfen und die Deutsche Flugsicherung (DFS) bereits mehr Personal ein.
  • Die DFS arbeitet mit ihren europäischen Partnern daran, große Verkehrsknotenpunkte zu entzerren, um den Luftraum zu entlasten.
  • Bereits verspätete Flüge versuchen die Systempartner mit Priorität abzufertigen, um die Verspätung zu reduzieren. Zusätzlich optimieren sie Flugpläne und Bodenprozesse und planen auch Zeitpuffer ein.
  • Die Flughäfen versuchen, wo möglich, die Kapazität bei den Sicherheitskontrollen zu erhöhen. Da diese vom Staat organisiert werden, können die Unternehmen selbst hier nur bedingt für Entlastung sorgen.

Das allein reicht aber nicht. Auch die Politik muss jetzt handeln:

  • Die Kapazität des Luftraums muss deutlich erhöht werden: Hierzu bedarf es auch verstärkter Initiative der EU und ihrer Mitgliedstaaten zur Überwindung der zersplitterten Organisation der Flugsicherung in Europa und der nicht überall erfolgten zivil-militärischen Integration
  • Die Flughafeninfrastruktur muss dort, wo es notwendig ist, bedarfsgerecht modernisiert werden.
  • Bei den Sicherheitskontrollen muss die große Koalition auf Bundesebene ihren Absichtserklärungen Taten folgen lassen, die Airlines von dem massiven Kostendruck entlasten und Airlines wie auch Flughafenbetreiber stärker in die Organisation der Kontrollen einbeziehen.
  • Auch die Grenzkontrollen müssen zu Stoß- und Ferienzeiten durch höheren Personaleinsatz bei der Bundespolizei deutlich beschleunigt werden.

BARIG begrüßt Ankündigungen der Bundesminister

BARIG Generalsekretär Michael Hoppe: „Der Luftverkehr ist ein Garant für Mobilität, Wohlstand und Prosperität. Angesichts weiter steigender Passagier- und Flugzahlen in Deutschland und Europa muss, soweit es irgend möglich ist, das reibungslose Funktionieren des Luftverkehrs gewährleistet und mit Weitsicht entwickelt werden. Deutschland darf hier nicht den Anschluss verpassen. Daher begrüßen wir die jüngsten Ankündigungen von Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zur nachhaltigen Verbesserung der Verspätungssituation beitragen zu wollen. Jetzt muss gemeinsam mit Fluggesellschaften und Flughafenbetreibern ein entsprechender Maßnahmenkatalog erarbeitet werden, um die Abläufe wieder effizient und pünktlich gestalten zu können. Airlines und Verbände stehen mit großem Know-how für die Zusammenarbeit mit Behörden, Institutionen und den Systempartnern bereit.“

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