„Schritt in die richtige Richtung – aber viel zu kurz“: BARIG zur angekündigten Absenkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026

„Schritt in die richtige Richtung – aber viel zu kurz“: BARIG zur angekündigten Absenkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026

Der internationale Luftfahrtverband BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) sieht bei dem jüngst erfolgten Beschluss des Bundeskabinetts, die Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 abzusenken, Licht, aber weiter viel Schatten. Dazu erklärte BARIG Chairman und Executive Director Michael Hoppe:

„Angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen, von denen auch insbesondere der Luftverkehr in erheblichem Maße betroffen ist, bleibt weiterhin das massive Problem der viel zu hohen staatlichen Kosten in Deutschland. Diese Kosten bremsen nicht nur das Wachstum, sondern führen seit Jahren dazu, dass sich Verkehre ins europäische Ausland verlagern. Die Kapazitäten für Passagier- und Frachtverkehr stehen weiter unter Druck. Die Konnektivität leidet immens und damit auch die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Zu hoher Kostendruck, Flugangebot in Deutschland erholt sich nicht

Der Luftverkehr in Deutschland befindet sich in einer Negativspirale aus zu hohen staatlichen Standortkosten, einem übergroßen Maß an Regulierung und einem ungleichen globalen Wettbewerb. Nachweislich ist in fast allen anderen Ländern Europas die Kostensituation deutlich wettbewerbsfähiger. Selbst nach der jetzt geplanten Absenkung der Luftverkehrsteuer ist in Deutschland die Kostenlast für einen Flug aus Europa immer noch fast doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt. Dies hat jüngst der Flughafenverband ADV in einer Analyse festgestellt. Das ist alarmierend und führt mittel- wie langfristig dazu, dass sich das Flugangebot in Deutschland wegen des zu hohen Kostendrucks nicht erholt, die Preise weiter steigen und sich immer weniger Menschen das Fliegen leisten können.

Bundesregierung muss Luftverkehrsstandort Deutschland nachhaltig stärken

Der jetzt erfolgte Beschluss des Bundeskabinetts, die Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 abzusenken, ist ein Schritt in die richtige Richtung – aber viel zu kurz. Die angekündigte Absenkung führt noch nicht einmal auf das im Koalitionsvertrag vereinbarte Niveau vor der letzten Erhöhung 2024 zurück. Das Fliegen bleibt damit viel zu teuer. Im Interesse der Bürger und der heimischen Wirtschaft muss die Bundesregierung den Luftverkehrsstandort Deutschland endlich entschlossener nachhaltig stärken. Daher appellieren wir an die Bundespolitik, die Luftverkehrsteuer mindestens auf das Niveau von 2024 abzusenken und darüber hinaus, dringend weitere zusätzliche Entlastungen bei Flugsicherungs- und Luftsicherheitsgebühren, aber auch weiteren staatlichen Steuern und Gebühren zu realisieren.“

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