E-SAF-Produktion vor Ort erleben – BARIG Fluggesellschaften zu Besuch in der PTL-Anlage von INERATEC
Nachhaltiger Flugkraftstoff, auch Sustainable Aviation Fuel (SAF) genannt, stellt eine zentrale Lösung zur Reduzierung der Emissionen im Luftverkehr dar. Synthetisches SAF, welches mittels dem Power-to-Liquid-Verfahren (PtL) aus abgeschiedenem CO₂ und erneuerbarem Wasserstoff hergestellt wird, kann direkt in die bestehende Infrastruktur und die vorhandenen Flugzeuge eingesetzt werden. Auch wenn die Produktionsmengen derzeit noch begrenzt sind, gewinnt SAF zunehmend an Bedeutung – nicht nur im Hinblick auf die Klimaziele, sondern auch für die langfristige Energiesicherheit und Versorgungssicherheit bei Kraftstoffen innerhalb Europas.
In Deutschland ist INERATEC ein zentraler Akteur in dieser Entwicklung. Das 2016 gegründete Unternehmen entwickelt modulare PtL-Anlagen, die CO₂ und grünen Wasserstoff in synthetische Kraftstoffe und chemische Produkte umwandeln. Die Anlage „ERA ONE“ im Industriepark Frankfurt-Höchst nahe dem Flughafen Frankfurt hat 2025 den Betrieb aufgenommen. Mit einer jährlichen Kapazität von bis zu 2.500 Tonnen zählt sie derzeit zu den fortschrittlichsten in Betrieb befindlichen PtL-Anlagen Europas.
Vor kurzem war das Board of Airline Representatives in Germany (BARIG) zusammen mit Vertreter*innen der Mitgliedsfluggesellschaften bei INERATEC zu Besuch, um sich vor Ort über den aktuellen Stand und das Zukunftspotenzial von PtL-basiertem SAF zu erkundigen. Das modulare Anlagenkonzept von INERATEC ermöglicht eine flexible Erweiterung je nach Standort. Weiteres Wachstum ist bereits in Planung, darunter eine neue Anlage in Marseille, Frankreich, mit einer erwarteten Kapazität von rund 13.500 Tonnen pro Jahr.
Für den weiteren SAF-Ausbau sind solide und berechenbare Rahmenbedingungen seitens der Politik unabdingbar. Zusätzliche Maßnahmen sind dringend erforderlich, um die Produktionskapazitäten zu stärken und bezahlbare Marktpreise für e-SAF zu ermöglichen. Dabei sollten auch Inverkehrbringer stärker in die Pflicht genommen werden. Politische Unterstützung ist hier unerlässlich, um Investitionsentscheidungen zu fördern und Abnahmevereinbarungen im gesamten Luftfahrtsektor zu erleichtern. Gezielte Fördermittel, vereinfachte Genehmigungsverfahren und langfristige Planungssicherheit können helfen den Markthochlauf von SAF nachhaltig voranzutreiben.
Aktuelle Entwicklungen in Deutschland zeigen Fortschritte bei der Förderung von e-SAF. So haben Bundeswirtschaftsministerin Reiche und Ministerpräsident Woidke gerade einen Fördermittelbescheid in Höhe von 350 Millionen Euro für das Projekt „Brandenburg eSAF“ übergeben. Die Anlage soll ab 2030 jährlich rund 30.000 Tonnen e-SAF produzieren – ein wichtiger Meilenstein für die Produktion nachhaltiger Kraftstoffe in Deutschland.
Als BARIG setzen wir uns nachdrücklich für ein stärkeres politisches Bewusstsein sowie für klare und konsequente politische Maßnahmen ein, um die Entwicklung voranzutreiben, die eine rasche Ausweitung der Nutzung von SAF ermöglicht und langfristige Investitionen in nachhaltige Energie für den Luftverkehr fördert.